Heimatvertriebene nicht instrumentalisieren

Es mag sein, dass Bezirksrat Stoiber kein Problem sieht, dass die Sudetendeutsche Landsmannschaft mit dem Witikobund Kontakte pflegt und zusammenarbeitet. Dass die Bundesregierung beim sudetendeutschen Witikobund “eine Verdichtung von tatsächlichen Anhaltspunkten für rechtsextreme Bestrebungen” sieht, ist für Herrn Stoiber offenbar nicht von Bedeutung.

Der Regensburger Oberbürgermeister Hans Scheidinger (CSU) ist da anderer Ansicht: Anfang März diesen Jahres sagte er seine Teilnahme an einer Gedenkfeier der Sudentendeutschen Landmannschaft ab – wegen der Teilnahme des Witikobund und dessen personellen Verbindungen zur NPD.

Als Nachkomme, dessen Vater und Großmutter Ende 1944 aus Pusztavam (Ungarn) flüchteten, erwarte ich von Bezirksrat Stoiber, dass er zur Kenntnis nimmt, dass es Heimatvertriebene und deren Nachkommen gibt, die eine Zusammenarbeit mit rechtsextremen Organisationen wie dem Witikobund ablehnen.

Der Vorwurf, DIE LINKE würde die Heimatvertriebenen beleidigen, ist absurd. Herr Stoiber hätte auf unserer Homepage nachlesen können, dass sich DIE LINKE für die Benennung einer Straße nach dem sudetendeutschen Politiker Ludwig Czech stark macht und in ihrem Kommunalpolitischen Programm Brauchtum als Bereicherung sieht, dass ausdrücklich „zu bewahren und zu fördern“ ist. Nie in Frage gestellt hat DIE LINKE die Leistung derer, die aus einer der größten Bombenwerkstatt Hitlerdeutschlands das heutige Geretsried geschaffen haben.

Ich fordere Herrn Stoiber auf, seine Versuche zu unterlassen, Heimatvertriebene und deren Nachkommen zum Zwecke eigener Profilierung zu vereinnahmen und für seine eigenen politischen Ziele zu instrumentalisieren. Ich erwarte von Bezirksrat Stoiber eine klare Distanzierung vom sudetendeutschen Witikobund.

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